Die Ausfahrt der „Alten Herren“ hatte diesmal das Ziel KiEZ Frauensee unweit von Königs-Wusterhausen bei Berlin. Pünktlich um 15.00 Uhr konnten wir am Freitag in den fast nagelneuen Reisebus der Firma Beck einsteigen und eine vierstündige Anreise in unser Domizil genießen. Übrigens, beim Beladen des Busses war zu erkennen, dass unsere mitgenommenen Getränke ebensoviel Platz beanspruchten wie unsere Reisetaschen! Das sich daraus ergebende etwas späte Abendbrot, es gab Roster und Steaks, wurde durch das eine oder andere Getränk überbrückt. Unser Boy legte dabei das Grillwerkzeug erst aus der Hand, als auch die letzte Bratwurst und das letzte Stück Steak fertig waren. Die von einigen Frauen vorbereiteten Salate rundeten unser köstliches Menü ab. Für die kulturelle Umrahmung in Form von Musik sorgte wieder einmal unser Limpek Lutz.
Weit nach Mitternacht waren dann auch die jüngeren „Alten Herren“ soweit, dass sie die nötige Bettschwere hatten und jeder auch sein eigenes Zimmer fand. Froh und munter und ohne größere Komplikationen, es waren tatsächlich alle mitgereisten vierzig Ausflügler zum Frühstück erschienen, ging es am Morgen in den gemeinsamen Speisesaal im KiEZ. Das Frühstück war o.k., bis auf das schwarze Gebräu, welches Kaffee sein sollte. Dafür war der Kaffee im Reisebus umso feiner.
Das die Wettervorhersage auch einmal falsch liegen sollte, kam unseren Plänen für den Samstag sehr entgegen. Nicht nur das es trocken blieb, auch die Sonne kam zum Vorschein.
Da das geplante Fußballspiel gegen die dortigen Kicker im letzten Moment platzte, war eine Schlösserrundfahrt per Schiff ab Potsdam gebucht. Leider fiel damit die für diese Zeit geplante Shoppingtour unserer lieben Frauen buchstäblich ins Wasser. Die Rundfahrt, welche man durchaus empfehlen kann, nahm nach einiger Zeit dramatische Züge an. Nachdem wir auf dem Rückweg ein zweites Mal die Glienicker Brücke durchschwimmen wollten - hier wurden im Kalten Krieg die Agenten und Spione ausgetauscht - stoppten plötzlich die Maschinen. An Land und auf dem Wasser sah man nur noch Blaulicht und Polizei. Der Grund war ein Bombenfund, der unsere Rückfahrt zum Schloss Cecilienhof als Anlegestelle erzwang. Dorthin mußte ja auch erstmal unser Reisebus gelotst werden. Also hatten wir etwas Zeit. Zufällig gab es dort direkt an der Anlagestelle ein Brauereifest der Gasthausbrauerei „Meierei im Neuen Garten“, welches uns auf andere Gedanken brachte. Von da ab gab es eine ausgiebige Stadtrundfahrt mit Reiseleiterin, die uns die Stadt Potsdam von allen Seiten vorstellte.
Die wenigsten von uns wussten um die Wohnungsnot auf der einen und den Luxus auf der anderen Seite in dieser Stadt. Großzügig renovierte Villen, in denen kaum ein Mensch wohnt bis hin zu Abrisshäusern, in den Studenten in WG’s kampieren oder der Großteil lieber per S-Bahn nach Berlin fährt, um dort vernünftig wohnen zu können. Kurioserweise demonstrierten die Studenten ausgerechnet am Samstag gegen diese Missstände, und unser Bus schloss sich verkehrstechnisch der Demo an. Irgendwie kamen wir dennoch zu einem Parkplatz. Dreimal dürft ihr raten wo die Kundgebung stattfand - Bingo, genau hier! Auf einen Student kamen zwei Polizisten - alle Achtung!
Jetzt mussten wir mal unseren Reiseleiter Peter Rückschloß, genannt „Ricke“ loben und fragen, wie er es fertig gebracht hatte, soviel Aktion mit Bombenfund ca. 65 Jahre nach Kriegsende und einer Demo von langer Hand vorzubereiten, und was uns noch so am heutigen Tag erwarten würde. Zum Glück kamen keine unliebsamen Überraschungen mehr. Nach einem gemütlichen Abendessen in einem Fischrestaurant landeten wir wieder im Gemeinschaftsraum. Neben Musik gab es eine kleine Einlage durch unsere Sonja, die als französischer Maler Bilder aus Menschen erschuf, was uns allen gefiel. Punkt zwölf Uhr wurde dann auf den Geburtstag vom Bernd und vom Naum angestoßen, so dass auch dieser Abend noch etwas andauerte. Als Hinweis für die, die nicht dabei waren, sei gesagt, wir alle wissen ab dieser Nacht, wie man jemandem ein Kind in den Bauch reden kann! Aber wir verraten nichts!
Am Sonntag dann auf zur Heimreise, aber vorher noch zur Moritzburg und anschließend ein schönes Mittagessen in einem Restaurant namens „Misthaufen“. Der Name hat absolut nichts mit der Qualität der Speisen zu tun. Da sich der Himmel immer mehr verdunkelte war es höchste Zeit, den Heimweg anzutreten. Und just bei strömenden Regen wurde die Heimat wieder erreicht und ein sehr ereignisreiches Wochenende, an das jeder noch lange zurückdenken wird, ging zu Ende ...
Ein besonderes Dankeschön geht wie immer an den Organisator Ricke, den Co-Organisator Leo und den Busfahrer Steffen!



